EU und Indien schließen Freihandelsabkommen
Nach fast 20 Jahren Verhandlungen haben sich die EU und Indien auf ein umfassendes Freihandelsabkommen geeinigt. Mit einem Markt von rund zwei Milliarden Menschen eröffnet es neue Chancen für den Handel mit Waren und Dienstleistungen. Die wichtigsten Details im Überblick.
Erhebliche Zollsenkungen für EU-Exporte
Das Abkommen schafft einen leichteren Zugang zum indischen Markt, der bislang stark abgeschottet war. Zölle auf über 90 Prozent der EU-Exporte werden abgeschafft oder reduziert, darunter Industriewaren wie Maschinen, elektrische Ausrüstung, Chemikalien und Arzneimittel. Besonders die europäische Autoindustrie profitiert: Indische Autozölle fallen innerhalb von fünf Jahren von 110 auf zehn Prozent – allerdings unter einer jährlichen Quote von 250.000 Fahrzeugen. Die EU erwartet, dass die EU-Exporte nach Indien bis 2032 verdoppelt werden könnten.
Ausnahmen für landwirtschaftliche Produkte
Während viele Industriezweige von den Zollsenkungen profitieren, gibt es klare Ausnahmen. Rindfleisch, Reis, Zucker, Milchprodukte und Geflügel bleiben von der Zollfreiheit ausgenommen. Auch die strengen EU-Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit bleiben unverändert. Dies verhindert mögliche Proteste von europäischen Landwirten, wie sie beim geplanten Mercosur-Abkommen aufgetreten wären.
Erweiterte Zusammenarbeit in Dienstleistungen und Sicherheit
Das Handelsabkommen geht über den Warenhandel hinaus und umfasst auch den Dienstleistungssektor. Die EU öffnet über 140 Dienstleistungsbereiche für Indien, während Indien fast 100 Bereiche für die EU freigibt. Zudem beinhaltet der Vertrag verbindliche Regelungen zu Arbeitsrechten, Umweltschutz sowie Gleichstellung der Geschlechter. In den Bereichen Sicherheit und Verteidigung wollen beide Seiten enger kooperieren, insbesondere bei maritimer Sicherheit, Terrorbekämpfung und Cyberabwehr.
Positive Reaktionen aus Wirtschaft und Politik
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lobte das Abkommen als "historisches Signal an die Welt". Auch der indische Premierminister Narendra Modi begrüßte die Vereinbarung als Chance für Millionen von Menschen in Europa und Indien. Wirtschaftsvertreter wie Volkswagen-Chef Oliver Blume sehen großes Potenzial im drittgrößten Automobilmarkt der Welt. Allerdings muss der Vertragstext noch rechtlich überprüft und von den Mitgliedstaaten sowie dem Europäischen Parlament genehmigt werden, bevor das Abkommen in Kraft tritt.
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