Wittenberger Erklärung: Ingenieurinnen und Ingenieure fordern faire Rahmenbedingungen
Die Delegierten der 74. Bundesingenieurkammer-Versammlung in Wittenberge haben die Wittenberger Erklärung verabschiedet. Darin richten die Ingenieurkammern der Länder einen dringenden Appell an die Politik, faire Honorare und gerechte Ausschreibungsprozesse zu sichern.
Ingenieurinnen und Ingenieure sind von großer Bedeutung für die Gesellschaft. Sie entwerfen die gebaute Umwelt, entwickeln Technologien und finden Lösungen für globale Probleme. Dennoch haben Ingenieurinnen und Ingenieure im Bauwesen tendenziell geringere Einkommen unter den Freiberuflern, obwohl sie verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen.
Diese unfaire Behandlung hat weitreichende Folgen für die Struktur der deutschen Planungslandschaft. Fachkräfte fehlen, und der Nachwuchs weicht aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen auf andere Berufsfelder aus. Zudem schließen immer mehr Planungsbüros, was den Fachkräftemangel weiter verschärft.
Um den Ingenieurberuf attraktiver zu machen und den Fachkräftemangel zu bekämpfen, sind faire Rahmenbedingungen notwendig, die den Wert der ingenieurtechnischen Leistungen angemessen widerspiegeln.
Forderungen der Wittenberger Erklärung:
Angemessene Honorare für qualitativ hochwertige Planungsleistungen
Ausschreibungen, die den Anforderungen kleiner und mittlerer Planungsbüros gerecht werden
Verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen auf Bundes- und Länderebene zur Förderung der freiberuflichen Planerinnen und Planer
Adäquate Fördermaßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Planungsstrukturen
Mit der Wittenberger Erklärung soll die Politik umgehend Maßnahmen ergreifen, um eine faire Honorierung und gerechte Ausschreibungsprozesse sicherzustellen. Nur so kann garantiert werden, dass auch in Zukunft talentierte Planerinnen und Planer zu Innovation und Wohlstand unserer Gesellschaft beitragen.
Quelle: Bundesingenieurkammer