Was ist eine Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis?

Eine Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis (oder auch konstruktive Leistungsbeschreibung) ist eine detaillierte Darstellung aller Leistungen, die im Rahmen einer Ausschreibung oder eines Bau- bzw. Lieferauftrags zu erbringen sind. Sie kombiniert die inhaltliche Beschreibung der Leistung mit einer systematischen, tabellarischen Aufstellung einzelner Positionen im Leistungsverzeichnis (LV).

Die Leistungsbeschreibung dient der eindeutigen und vollständigen Darstellung der zu beschaffenden Leistung. Bei öffentlichen Vergabeverfahren ist sie Grundlage für Vergleichbarkeit, Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Eine Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis (LB + LV) stellt dabei die gebräuchlichste Form dar: Jede einzelne Position wird mit einer Kurzbeschreibung, Mengenangabe, Einheit und ggf. Preisangabe aufgeführt.

Erläuterungen zur Leistungsbeschreibung finden sich in §§ 7-7c VOB/A, § 7 VOL/A, § 31 VgV und § 23 UVgO. Im Vergabe- und Vertragshandbuch für die Baumaßnahmen des Bundes (VHB-Bund, Ausgabe 2017, Stand 2019) werden in der Allgemeinen Richtlinie 100 (Vergabeverfahren) unter Nr. 4.2 die grundsätzlichen Anforderungen an eine Leistungsbeschreibung aufgeführt.

Im Gegensatz dazu enthält eine Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm eher funktionale oder ergebnisorientierte Angaben und überlässt die konkrete Ausgestaltung dem Bieter.

Aufbau und Inhalte

In der Regel besteht ein vollständiges Leistungsverzeichnis aus folgenden Elementen:

  • Allgemeine Leistungsbeschreibung

    • Übergeordnete Angaben zum Projekt, Anwendungsbereich, Ziel und Leistungsumfang.

  • Positionsbeschreibungen

    • Einzelne Arbeitsschritte oder Lieferleistungen werden als Leistungspositionen aufgelistet.

  • Mengen- und Einheitendefinitionen

    • Grundlage für Kalkulation und Preisangabe.

  • Besondere Vertragsbedingungen

    • Hinweise zu Ausführungsfristen, Abnahme, Qualitätssicherung und Normverweisen.

  • Kostengliederung

    • Zuordnung von Preisen zu einzelnen Positionen, um eine Preisermittlung auf Einheitspreisbasis zu ermöglichen.

    Wie funktioniert die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses?

    Der Prozess umfasst mehrere Schritte:

    1. Strukturierung in Leistungsbereiche und Titel (z. B. Erdarbeiten, Rohbau, Ausbau).

    2. Formulierung von Leistungspositionen nach klaren, überprüfbaren Kriterien.

    3. Zuordnung von Mengen mithilfe von Mengenermittlungsplänen oder CAD-Daten.

    4. Elektronische LV-Erstellung mittels GAEB-konformer Software.

    5. Veröffentlichung und Angebotsabgabe über eVergabe-Portale.

    Dabei sind Eindeutigkeit, Vollständigkeit und Vergleichbarkeit zentrale Qualitätsmerkmale.

    Warum sind die Leistungsbeschreibung und das Leistungsverzeichnis wichtig?

    • Rechtssicherheit: Nur eindeutig beschriebene Leistungen sind vergaberechtlich zulässig.

    • Kostenkontrolle: Durch strukturierte Mengen- und Preisangaben wird die Nachvollziehbarkeit der Angebote gewährleistet.

    • Transparenz und Vergleichbarkeit: Alle Bieter bieten auf die gleiche Leistungsgrundlage.

    • Digitale Effizienz: Standardisierte Datenformate wie GAEB (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) fördern automatisierte Verarbeitung und BIM-Integration.

    Auftragnehmer können die Leistungsverzeichnisse noch genauer einsehen, wenn eine GAEB-Datei vorliegt. Mit der detaillierten Einsicht in die Positionsangaben mit dem Mengenvolumen können noch bessere Angebote erstellt werden.

    Jetzt Auftrag finden & Angebot abgeben >

Cookieeinstellungen