Was ist ein Zweistufiges Vergabeverfahren?

Ein zweistufiges Vergabeverfahren ist ein Ablaufmodell im öffentlichen Beschaffungswesen, das aus zwei klar getrennten Phasen besteht: dem Auswahlverfahren (Teilnahmewettbewerb) und dem Zuschlagsverfahren (Angebotsphase). Im Auswahlverfahren prüfen die Auftraggeber die Teilnahmeanträge der Bewerber, um nur qualifizierte Bieter zur Angebotsabgabe zuzulassen. Auf diese Weise werden die Effizienz, Rechtssicherheit und Qualität des gesamten Vergabeprozesses erhöht und Korruption sowie ungerechtfertigte Bevorzugung verhindert.

Aufbau und Ablauf des Vergabeverfahrens

1. Auswahlverfahren (Teilnahmewettbewerb)

In der ersten Verfahrensstufe veröffentlicht der Auftraggeber eine Bekanntmachung, die keine Angebotsabgabe verlangt, sondern zur Einreichung von Teilnahmeanträgen auffordert.
Ziel ist die Eignungsprüfung der Bewerber anhand folgender Kriterien:

  • Fachkunde und branchenspezifisches Know-how

  • Leistungsfähigkeit und finanzielle Stabilität

  • Zuverlässigkeit sowie rechtliche und ethische Integrität

  • Gesetzestreue, insbesondere im Hinblick auf Vergabe- und Arbeitsrecht

Diese Prüfung entspricht der Eignungsprüfung im einstufigen Verfahren, wird hier jedoch als eigenständige Phase vorab durchgeführt. Anschließend wählt der Auftraggeber die Bewerber aus, die zur Angebotsabgabe eingeladen werden.

2. Zuschlagsverfahren (Angebotsphase)

In dieser Stufe fordert der Auftraggeber die ausgewählten Unternehmen zur Abgabe konkreter Angebote auf. Nach der Angebotsprüfung, Wertung und Verhandlung (falls zulässig) erteilt er den Zuschlag an den wirtschaftlichsten Bieter. Diese Phase umfasst:

  1. Einladung zur Angebotsabgabe

  2. Angebotsauswertung nach formellen und inhaltlichen Kriterien

  3. Entscheidung über den Zuschlag

Wo wird das zweistufige Verfahren eingesetzt?

Das Verfahren wird vor allem bei komplexen, technisch anspruchsvollen oder vertraulichen Aufträgen angewendet, bei denen eine Vorqualifikation der Anbieter essenziell ist. Typische Beispiele hierfür sind Bau- und Infrastrukturprojekte, IT- und Beratungsleistungen sowie Dienstleistungen mit hohen Anforderungen an Expertise oder Sicherheit.

Digitale Durchführung und rechtliche Anforderungen

Mit modernen elektronischen Vergabeplattformen – wie etwa dem evergabe Manager (AI Vergabemanager) – können zweistufige Verfahren rechtskonform, digital und transparent durchgeführt werden. Aktuelle EU-Richtlinien (u. a. 2014/24/EU) sowie nationale Vorschriften verlangen dabei vollständige elektronische Kommunikation, Dokumentation sämtlicher Schritte und Nachvollziehbarkeit der Eignungsprüfung.

Nutzer unserer Vergabesoftware evergabe Manager (AI Vergabemanager) können zweistufige Vergabeverfahren vollständig elektronisch durchführen.

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