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Was versteht man unter VOB?

VOB ist eine Abkürzung für die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) und ist ein von allen Beteiligten im Bauwesen erarbeitetes Regelwerk, aber weder Gesetz noch Rechtsverordnung. Vielmehr erfüllt sie im Bauvertrag die Funktion der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und regelt die Rechte und Pflichten der Bauvertragsparteien.

Die VOB wird vom Deutschen Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA), einem von den Interessengruppen der öffentlichen Auftraggeber und der Auftragnehmer paritätisch besetzten Gremium, erarbeitet und fortgeschrieben. In ihr sind Bestimmungen für die Vergabe von Bauaufträgen öffentlicher Auftraggeber sowie Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen geregelt.


 

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Weiterführende Informationen zu VOB

Die VOB/A (DIN 1960) enthält im Wesentlichen allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen, insbesondere für die Vergabe öffentlicher Bauleistungen, und ist daher für den privaten Auftraggeber/Bauherrn eher von untergeordneter Bedeutung. Sie ist in drei Abschnitte gegliedert:

  • Der Abschnitt 1 der VOB/A regelt die sogenannten nationalen Bauvergaben und hat damit den weitaus größten Anwendungsbereich. Die Verpflichtung zu seiner Anwendung ergibt sich aus den Haushaltsordnungen des Bundes, der Länder, der Gemeinden oder aus den Vergabegesetzen der Länder.
  • Die Regelungen des Abschnitts 2 (VOB/A-EU) sind gemäß § 106 Abs. 1 GWB für europaweite Vergaben öffentlicher Auftraggeber bei Bauaufträgen ab Erreichen der Schwellenwerte nach § 106 Abs. 2 Nr. 1 GWB anzuwenden. Sie werden durch eine entsprechende Verweisung in § 2 VgV verbindlich vorgeschrieben.
  • Die Regelungen des Abschnitts 3 (VOB/A-VS) gelten für die Vergabe von verteidigungs- oder sicherheitsspezifischen öffentlichen Bauaufträgen im Sinne des § 104 Abs. 1 GWB, die dem Teil 4 des GWB unterfallen und durch öffentliche Auftraggeber im Sinne des § 99 GWB vergeben werden. Sie werden durch eine entsprechende Verweisung in § 2 Abs. 2 VSVgV verbindlich vorgeschrieben.

Die VOB/B (DIN 1961) enthält die Allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen und bietet einen partnerschaftlich ausgerichteten Musterbauvertrag für das öffentliche Bauen. Sie ist auch für private Auftraggeber/Bauherrn von wesentlicher Bedeutung.

In der VOB/C, die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV), sind insbesondere Regelungen enthalten, die die technische Qualität der auszuführenden Leistungen festlegen. Außerdem werden Abrechnungsregelungen fachbezogen für alle wichtigen Baugewerke definiert.

Öffentliche Auftraggeber sind verpflichtet, Bauleistungen gemäß den Bestimmungen der VOB/A zu vergeben und die daraus folgenden Bauverträge gemäß VOB/B und VOB/C zu gestalten.

Die VOB muss solchen Personengruppen, die sie üblicherweise nicht kennen – das sind in der Regel alle Endverbraucher, die nicht selbst in einem Bau- oder Handwerksberuf arbeiten – wirksam zur Kenntnis gebracht werden, das heißt, die VOB muss spätestens bei Vertragsabschluss schriftlich ausgehändigt werden.


Glossar (Lexikon)

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